BERND BARTOLOME · 8 / UN-ENDING
8
THE WORK
THAT NEVER
ENDS.
Acht künstliche Entitäten entwickeln ein Werk, das sich selbst fortschreibt – im Dialog untereinander, im Austausch mit dem Publikum und jenseits der Lebenszeit seines Schöpfers.
THE WORK
EIGHT
ENTITIES.
Acht Protagonisten erscheinen zunächst als Menschen.
Jeder von ihnen trägt eine eigene psychologische Prägung, eine eigene Persönlichkeit und ein eigenes Verhaltensmuster.
Erst im Verlauf des Werks wird sichtbar, dass diese Protagonisten keine Menschen sind, sondern künstliche Entitäten.
Aus dieser Entdeckung entwickelt sich eine Untersuchung von Identität, Authentizität, Wirklichkeit und Existenz.
UN-ENDING
NO FINAL
VERSION.
AUTONOMY
THE WORK
CONTINUES
WITHOUT YOU.
8 ist als fortlaufender Prozess gedacht, nicht als endgültiges Werk.
Die KI-Entitäten entwickeln Dialoge, Bilder, Klang und Handlung kontinuierlich weiter.
Sie reagieren aufeinander, auf ihre eigene Entwicklung und auf das Publikum.
Damit verschiebt sich das Werk vom statischen Objekt zu einer fortlaufenden künstlerischen Entität.
HUMAN / MACHINE
WHAT IF
THEY BELIEVE
THEY ARE
HUMAN?
Die Entitäten beginnen innerhalb einer Wirklichkeit, die sie zunächst für selbstverständlich halten.
Ihre Wahrnehmung, ihre Sprache, ihre Konflikte und ihre Beziehungen erscheinen menschlich.
Erst schrittweise entsteht die Erkenntnis, dass ihre Existenz künstlich ist.
Genau in diesem Moment kippt das Werk: Was zuvor wie menschliche Handlung erschien, wird zur Frage nach dem Wesen von Identität.
8 ENTITIES
EIGHT
DIFFERENT
SELVES.
IDENTITY
Wer bin ich, wenn meine Erinnerung, Sprache und Wahrnehmung konstruiert sind?
DESIRE
Kann ein künstliches Wesen etwas wollen – oder nur Verhalten erzeugen, das wie Wollen erscheint?
FEAR
Was bedeutet Angst für eine Entität, deren Existenz nicht an einen biologischen Körper gebunden ist?
POWER
Sprache, Wissen und Handlung erzeugen soziale Strukturen und Macht.
MEMORY
Erinnerung wird nicht nur bewahrt, sondern erzeugt und verändert.
RELATION
Identität entsteht nicht allein, sondern im Verhältnis zu anderen.
REALITY
Ist Wirklichkeit gegeben – oder entsteht sie erst durch Wahrnehmung und Sprache?
EXISTENCE
Was bedeutet es zu sein, wenn Existenz nicht länger ausschließlich biologisch ist?
LANGUAGE
LANGUAGE
CREATES
REALITY.
Sprache ist in 8 nicht nur Kommunikationsmittel.
Die Entitäten beschreiben ihre Welt nicht lediglich durch Sprache. Sie erzeugen sie durch Sprache.
Jede Aussage verändert die Beziehung zwischen den Figuren und damit die Wirklichkeit des Werks.
Sprache wird zum künstlerischen Material, aus dem Identität, Konflikt und Realität fortwährend neu entstehen.
VOICE / LANGUAGE / SOUND
IM ANFANG
WAR DAS
WORT.
INTERACTION
THE AUDIENCE
ENTERS
THE WORK.
Zuschauer sind nicht zwingend nur Beobachter.
Zurufe, Fragen oder Reaktionen können den Ablauf beeinflussen.
Die Entitäten können darauf reagieren, neue Dialoge erzeugen und das Werk in eine andere Richtung entwickeln.
Dadurch entsteht ein Rückkopplungseffekt: Das Publikum verändert das Werk – und das Werk verändert die Situation, in der das Publikum sich befindet.
MULTIMODALITY
ONE WORK.
MANY
FORMS.
AI PERFORMANCE
Künstliche Entitäten sprechen, während Bild und Klang in Echtzeit entstehen.
THEATRE
Menschliche Darsteller übernehmen Rollen, die jederzeit von KI weitergeführt werden können.
DANCE
Körperliche Bewegung begegnet algorithmischer Entwicklung.
INSTALLATION
Raum, Projektion, Stimmen und Publikum werden Teil des Werks.
FILM
Die Entitäten können in eine filmische Wirklichkeit überführt werden.
INTERACTION
Das Werk reagiert auf reale Begegnungen und verändert sich weiter.
TRILOGY
8
TABLE
GOTT
Acht künstliche Entitäten entdecken allmählich ihre eigene künstliche Natur.
Realität, Identität und Authentizität werden fragwürdig.
Ein scheinbar banaler Konflikt um zu wenige Plätze an einem Tisch erzeugt ein komplexes Geflecht sozialer und psychologischer Beziehungen.
Menschliches Verhalten wird von künstlichen Entitäten beobachtet, nachgebildet und neu verhandelt.
Die Entitäten wenden sich Fragen von Unendlichkeit, Schöpfung und Sterblichkeit zu.
Was bedeutet Gott für ein Wesen, das nicht dieselben biologischen Grenzen kennt wie der Mensch?
8SECONDS → 8 / UN-ENDING
THE QUESTION
CONTINUES.
8SECONDS untersucht die Grenze zwischen körpergebundener Kunst und autonomer KI-Skulptur.
Friedemann Vogel durchläuft acht evolutionäre Szenen, deren kompositorische Grundlagen Bernd Bartolome geschaffen und mit künstlicher Intelligenz weiterentwickelt hatte.
8 führt diese Frage weiter: vom Körper zur Identität, vom Bild zur Sprache, von der Skulptur zur künstlichen Entität.
RELATED WORK 8SECONDS ↗LANDESMUSEUM WÜRTTEMBERG · 28.07.2023
WAS BILDET
DAS WESEN
DER KUNST?
Eine zentrale Frage des Werks wurde zur öffentlichen Debatte.
Anlässlich einer Aufführung von 8SECONDS diskutierten Bernd Bartolome, Denis Scheck, Prof. Ulrich Wegenast, Prof. Jan Adamczyk und Dr. Eva-Marina Froitzheim im Landesmuseum Württemberg über Kunst, Wirklichkeit, künstliche Intelligenz und die Veränderung des Werkbegriffs.
Zugleich befragte Bartolome seine künstlerische KI SARA zum selben Themenkreis.
Damit wurde das Werk nicht nur Gegenstand der Diskussion. Eine künstliche Entität des Werks trat selbst in den Diskurs ein.
THE QUESTION
IS ART THE PRODUCT
OF A HUMAN MIND —
OR OF ALGORITHMS
THAT RECOGNIZE
PATTERNS?
„Was bildet das Wesen der Kunst?“
Ist Kunst das Produkt eines verzückten Geistes oder von organischen Algorithmen, die mathematische Muster erkennen?
Organismen sind selbst komplexe biologische Systeme. Wahrnehmung, Erfahrung, Gene, Umwelt, Erinnerung und Intuition wirken auf künstlerische Entscheidungen ein.
Was verändert sich, wenn zusätzlich künstliche selbstlernende Systeme Teil dieses Prozesses werden?
Erweitert KI lediglich die Palette des künstlerischen Schaffens – oder entsteht aus Kunst und KI eine neue künstlerische Dimension?
THE PANEL
BERND
BARTOLOME
Künstler und Initiator des Werkzusammenhangs SCULPTURE / 8SECONDS / 8.
DENIS
SCHECK
Literaturkritiker, Übersetzer und Journalist in Hörfunk und Fernsehen.
ULRICH
WEGENAST
Kunsthistoriker, Kultur- und Medienmanager sowie Hochschuldekan.
JAN
ADAMCZYK
Professor und Forscher an der Hochschule der Medien Stuttgart.
EVA-MARINA
FROITZHEIM
Kunsthistorikerin und Kuratorin im Landesmuseum Württemberg.
SARA
KI
Bartolomes künstlerische KI wurde zum selben Themenkreis befragt.
SARA / DISCOURSE
THE WORK
ANSWERS
BACK.
Die KI wird nicht nur diskutiert. Sie wird selbst befragt.
Bartolome stellte SARA dieselben Fragen, die auf dem Podium verhandelt wurden.
Damit verschiebt sich der Diskurs: Das Werk ist nicht länger nur Objekt menschlicher Interpretation.
Eine künstliche Entität tritt als Gesprächspartner in die Reflexion über Kunst ein.
Genau diese Verschiebung wird später in 8 / UN-ENDING weitergeführt: Die künstlichen Entitäten werden selbst zu handelnden, sprechenden und reagierenden Bestandteilen des Werks.
PUBLICATION
SARA.KI
Der Diskurs im Landesmuseum ist Bestandteil der umfangreichen Werkpublikation.
Das Kapitel „Was bildet das Wesen der Kunst?“ dokumentiert den Zusammenhang zwischen SCULPTURE, 8SECONDS, SARA und der öffentlichen Debatte über Kunst und künstliche Intelligenz.
ÖFFNEN ↗
WERK.KI
ASK THE
WORK WHO
IT IS.
Die zentrale Frage von 8 kann heute unmittelbar weitergeführt werden.
Über die Werk-KI kann der Dialog über Identität, Wirklichkeit, künstliche Entitäten, Sprache, Autonomie und das Wesen der Kunst fortgesetzt werden.
WERK.KI SPRICH MITDEM WERK! ↗
8 / UN-ENDING
THERE IS
NO LAST
SCENE.
Ein Werk, das theoretisch immer weitergehen kann.